Innovative Technologiekonzepte

Kernerkenntnisse

  1. Prädiktive Analysen und die Anwendung von künstlicher Intelligenz bergen erhebliches Potenzial für die Optimierung von Logistikprozessen.
  2. Der Zugriff auf Daten über mobile Endgeräte hat hohe Relevanz und wird in Zukunft erheblich ausgebaut.
  3. Sensorik wird wesentliche Datenquelle für Überwachung und Verbesserungen.
  4. Hohes Wachstum ist bei Fahrerlosen Transportsystemen, unternehmensübergreifender Maschine-zu-Maschine-Kommunikation und Augmented Reality-Konzepten zu erwarten.
  5. Die größte Herausforderung bei der Einführung von neuen Technologien liegt in der Inkompatibilität mit bestehenden Systemen.

Übersicht aller erhobenen Technologiekonzepte

Die insgesamt 26 untersuchten Technologiekonzepte wurden der Übersichtlichkeit halber in sechs Teilbereiche untergliedert, welche jeweils farbig abgehoben dargestellt sind. Hervorzuheben sind in dieser Darstellung Technologiekonzepte, welche trotz einer hohen Relevanz jedoch erst einen mittleren Umsetzungstand aufweisen. Insbesondere die Technologiekonzepte, welche von einem Großteil der Unternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre eingeführt werden sollen (großer Kreisdurchmesser), werden das Umfeld in der Logistik und dem Supply Chain Management formen.

Technologiefelder

Datenerhebung

Datenanalyse

Die Auswertung der gespeicherten Informationen über Kapazitäten, Aufträge oder Kunden wird bereits seit mehreren Jahren betrieben. Insbesondere im Handel ermöglicht die elektronische Abwicklung von Aufträgen die kennzahlengestützte Ableitung geeigneter Maßnahmen. Die Methoden der Prädiktiven Analyse (Predictive Analytics) und Prädiktiven Wartung (Predictive Maintenance) erweitern die Datenanalyse um entsprechende statistische Auswertungen zur Vorhersage und Optimierung in Geschäftsprozessen. Die befragten Unternehmensberatungen erwarten Möglichkeiten zur Ableitung von Einsparungen durch Optimierungen von Transportauslastungen und bei der Auftragsvergabe.

Das Konzept der Predictive Analytics ermöglicht, wenn es umfassend eingesetzt wird, nicht nur Analysen und datengetriebene Entscheidungen, sondern auch eine Optimierung der gesamten Supply Chain mithilfe von künstlicher Intelligenz. Allerdings ist das Konzept für die Logistikdienstleister eher von mittlerer Relevanz. Signifikant wichtiger als für Logistikdienstleister sind die Prädiktiven Analysekonzepte für das Verarbeitende Gewerbe und den Handel, welche diese mit hoher Relevanz bewerten.

Autonome Systeme

Assistenzsysteme

IT-Services werden auch für den Betrieb der Assistenzsysteme benötigt, welche die Arbeit des Personals durch kontextabhängige Informationsbereitstellung erleichtern und verbessern sollen. Insbesondere bei manuellen Tätigkeiten, wie beispielsweise beim Warenumschlag oder der Lagerhaltung, ist der Einsatz sinnvoll, denn hier entstehende Fehler ziehen umfängliche Mehr-/Nacharbeit nach sich. Darüber hinaus ergeben sich neue Möglichkeiten zur Unterstützung der Mitarbeiter im Außendienst über Anwendungen auf mobilen Endgeräten, beispielsweise für das Verkehrsmanagement oder die Instandhaltung sowie die Möglichkeit, auf bestimmte Unternehmensdaten und Kennzahlen zuzugreifen.

Zur Zeit werden Augmented Reality-Lösungen (in der Regel eine Datenbrille) wenig genutzt und auch nur wenige Unternehmen planen eine Nutzung in der Zukunft. Hinsichtlich dieser Haltung ist jedoch noch ein Wandel zu erwarten, denn das Spektrum von AR-Lösungen ist sehr groß. Das Aufzeichnen der realen Umgebung und die Überblendung mit zusätzlichen Informationen können so zum Beispiel auch in Form von stationären Geräten („intelligente“ Spiegel o.ä.) oder als Smartphone Apps für den Einzelhandel interessant werden. Am vielversprechendsten für die Logistik ist jedoch die Nutzung von Smartglasses. Die Möglichkeit zur Einblendung von kontextabhängigen Zusatzinformationen oder Hinweisen macht diese Technologie für Umschlag- oder Wartungsaufgaben besonders nützlich. Insbesondere im Bereich der Kommissionierung beobachten Praktiker erhebliche Effizienzsteigerungen sowie eine sinkende Fehlerrate gegenüber herkömmlichen Methoden.

Informationsaustausch

IT-Services

Notwendige Anpassungen im Bereich der IT-Systeme sind für Unternehmen oft schwer darzustellen. Alt-Systeme müssen angebunden werden, Produktivsysteme sind nur schwer zu ersetzen oder die IT-Landschaft des Unternehmens hat sich sehr unterschiedlich entwickelt. Diese evolutionäre Weiterentwicklung von Bestehendem stellt gegenüber Unternehmen, die ohne historische Restriktionen beginnen können, einen Nachteil dar. Der Wandel und die stringente Nutzung von IT sind allerdings mittlerweile notwendig, um Kundenanforderungen effizient zu erfüllen. Insbesondere die Individualisierung von Produkten oder die Einzelfertigung verursachen in den meisten Fällen zu hohe Kosten.

Die Abbildung von Geschäftsprozessen in Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) ist für den Handel und die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes von sehr hoher Relevanz. Die Einführung von ERP-Systemen ist mit einem nicht unerheblichen Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden. Dementsprechend wird solche Software besonders in größeren Unternehmen umfassend eingesetzt und von diesen mit einer sehr hohen Relevanz bewertet. Die durchgängige Verfügbarmachung von Daten und schnelle Verfügbarkeit über Schnittstellen zur Optimierung der gesamten Supply Chain sind für das Verarbeitende Gewerbe und den Handel essenziell. In Folge dessen müssen auch kleinere Unternehmen und Logistikdienstleister – vor allem über Datenschnittstellen für ERP – mit diesen Unternehmen kommunizieren und sind zur Anpassung gezwungen